Von Chile bis Düsseldorf

... Aber müssen wirklich alle Erstumarmungen in unterschiedlicher Perspektive auch noch mit Pathosmusik unterlegt wiederholt werden (wie z.B. im ZDF-"auslandsjournal" gestern abend), müssen Heerscharen deutscher Experten Fernexpertisen abgeben und außer Straßenpassanten auch deutsche Kumpels befragt werden, was sie davon halten? Schwierige Frage... (die im Altpapier vom Donnerstag/ 14.10. aber auch nur angerissen wird, schließlich sind da noch die Münchener Medientage. Im Altpapier vom Mi./ 13.10. ging's um erste Bewertungen des künftigen ESC-Standorts Düsseldorf).


Money For Nothing

Mein Altpapier der Woche: Jene Mediengattung "Musikvideo", deren erste und größte Plattform MTV sich nun unter moderater Beachtung der mittelalten Bevölkerung ins Pay-TV zurückziehen wird, hat Radiostars wie Phil Collins, der weiterhin rund 250-mal pro Tag allein in deutschen Radios gespielt wird, dummerweise überhaupt nicht gekillt... (siehe Mittwoch/ 6.10.). Und am Donnerstag (7.10.) ging's um die Breaking News der RTL2-Show mit Freifrau Stephanie von und zu Guttenberg...


Manifeste & Anstalten

...also wieder neue Altpapiere: "Endlich wieder Manifeste" (vom Do./ 30.9. über Attacs "Financial Crimes Deutschland" und Klaus Lemkes "Hamburger Manifest"), "Neues aus den Anstalten" (vom Mi./ 29.9., über Personalien vor und hinter den Kulissen von ARD und ZDF).


Die Rückkehr des Rückkehrers

... .... Kurz vorher hat Interviewer Stephan Lebert gefragt: "Sie steigen also im nächsten Herbst wieder in die Mühle ein. Gibt es schon konkrete Pläne?", als sei ihm im Verlauf des bemerkenswert langweiligen Gesprächs entfallen, dass Schmidt ja auch in diesem Herbst, heute, wieder in die Mühle steigt. Oder als setze er unausgesprochen voraus, dass die diesjährige Schmidt-Show-Staffel völlig vernachlässigenswert bleibt. ... (aus dem Altpapier vom Do./ 16.9., u.a. über das diesjährige Harald-Schmidt-Interview der "Zeit"; erst recht war Schmidt auch schon im Altpapier vom Di./ 14.9. Thema; im Altpapier vom Mittwoch dazwischen ging's eher um die "taz" bzw. die "Zukunft der Tazzigkeit").


Dr. Google & Mr. Schmidt

... ... Zunächst wurde Google-Chef Eric Schmidt zur Begrüßung von Messe Berlin-Geschäftsführer Christian Göke in eine Reihe mit Albert Einstein gestellt, der nicht bloß auch schon einmal eine, äh, Funkausstellungs-Keynote gehalten hat, sondern sogar "somewhere up in the sky" (Göke) Schmidt zusehen und -hören würde.

Eric Schmidt, vom IFA-Sommergarten aus betrachtet
Was der Google-Chef dann allerdings lieferte, war eine mediokre Show, in der es zunächst von Allgemeinplätzen ("We help the computers and they help us") wimmelte, und die das Niveau eines durchschnittlichen QVC-Teleshoppings ("It's pretty amazing") erreichte, als Google-Mitarbeiter unter dem sparsamen Applaus des Saalpublikums neue Kunststückchen aus dem Bereich der Spracherkennung vorführten. ... ... (aus dem Altpapier vom Mi./ 8.9.)


Prekariat und Blockwarte

... Caroline Thomsons Satz "We must never forget, that we are spending other peoples' money" hat es dwdl.de besonders angetan. Kann man sich solche Sätze zum Beispiel in Schweden vorstellen, wo das ZDF gerade die Dreharbeiten zu "Inga Lindström - Melodie des Windes" aufnahm? ... (Altpapier vom Di./ 7.9. bzw. von der Berliner "Medienwoche")


Das Modewort Qualitätsjournalismus

... Am Rande geht es übrigens um diesen bekannten SPD- oder baldigen Ex-SPD-Politiker, der mit seinem Buch gerade durch die Fülle der ARD-Talkshows tingelt. Und auch zu dem Thema äußert sich Illner derart staatsfraulich, als könnte sie sich vorstellen, Steffen Seibert dereinst auch in seiner nächsten Aufgabe zu beerben... (aus dem Altpapier vom Do./ 2.9.; und in dem vom Mi./ 1.9. ging's natürlich auch nicht ohne Thilo Sarrazin)


Talkshows sind Gesichtershows

hart aber fair: Ralf Güldner, Wolfgang Clement
Screenshot: ARD/ WDR
... ... Gern weitere 100 Folgen von "Hart aber fair", aber nicht unbedingt jede Woche, zweiwöchentlich oder monatlich würde auch ausreichen - und vielleicht dafür sorgen, dass über präziser umrissene Themen konzentrierter und aufschlussreicher diskutiert wird. (so der Schluss meine Quasi-Live-Kritik zur 100. "hart aber fair"-Show in der ARD, geschrieben am Abend vor einem weiteren Altpapier [vom Do./ 26.8.]).


Immer diese Weihnachtszeit!

Minütlich wächst das Internet vermutlich um Tera- oder Petabytes neu gespeicherter Daten. Insofern wird das Wissen der Welt laufend immer noch größer, einerseits. Andererseits wachsen auch die Schwierigkeiten, den Überblick zu wahren, worum sich in der Mediensphäre ja auch das Altpapier bemüht... (aus dem vom Mittwoch/ 25.8.; noch nachzutragen: das vom Mi./ 18.8. unter der zugegebenermaßen weniger attraktiven Überschrift "More of the same")


Seibert in action

...Das "heute-journal" nannte Seibert einen "Ex-Nachrichtenmoderator", mit dessen Vorstellung die Bundesregierung von allen alten, teils verschärften Streitthemen "nochmal abzulenken" versuchte. Holla! Wenn das ZDF auf einmal grundsätzliche Distanz zur aktuellen Bundesregierung beweisen wollen würde, wäre das ein erhebliches Verdienst Seiberts... (aus dem Altpapier vom Dienstag/ 17.8. über Reaktionen auf Steffen Seiberts ersten Tag als Regierungssprecher) Im Altpapier vom Mo./ 16.8.: Lidl, Stasi, die Bahn ging es dagegen schon wieder um allerhand Google-Vergleiche.