Mittelbare Betroffenheit

"Die mittelbare Betroffenheit, der sich wohl keiner entziehen kann, der nicht unmittelbar betroffen ist...", war vor allem in meinem Altpapier vom Mi./ 16.3. das Thema und, wieder erheblich mittelbarer, auch in dem vom Do./ 17.3. ("Gaddafi kam ohne Leibwächter").


Lynchs Deutschland

David Lynch sitzt in einem pastell-düsterem, leicht gruselig in Szene gesetzten Raum, der ein wenig an die Atmosphäre seines Kinoerfolgs "Wild at heart" erinnert, und hält seinen Kopf Claus-Kleber-haft schräg. So begrüßt der 64-jährige Altmeister in jeder Folge das Publikum, spricht für englischsprachige Zungen schwierige deutsche Namen wie "Lehmann" oder "Joachim" aus, sagt noch einen weiteren Satz und dann: "Enjoy the interview!". Ansonsten hat er wenig zu tun mit dem Online-Angebot 'David Lynch presents Interview Project Germany', das seit Donnerstag das Internet bereichert... ... (weiter bei evangelisch.de)

interviewproject.de


GZS mit Deppendorf

Screenshot ARD
Die Live-Übertragung des Großen Zapfenstreichs (GZS) bzw. "Strapfenzeichs", wie der beklagenswerte Kommentator Ulrich Deppendorf diversen Ohrenzeugen zufolge mindestens einmal sagte, für den Ex-Dr. und Ex-Minister KT zu Guttenberg im Vorabendprogramm bildete nicht nur einen Art neuen Tiefpunkt der Staatsferne der ARD. Sondern auch einen relativ roten Faden in dieser Woche voller Altpapier (bzw. mit dreien von mir: "GZS mit Deppendorf" vom Fr./ 11.3., "Bier gehört zu Deutschland" vom Do/ 10.3. und "Tigerblut im Supertext" vom Mi./ 9.3.).
Screenshot ARD


Adieu, Frank

Aus im letzten Juni gegebenem Anlass erst mal ein Fernsehtipp: Heute um 20.15 Uhr sollte, auch wer das sonst ganz bestimmt nicht täte, das ZDF einschalten oder zumindest sein Aufnahmegerät entsprechend programmieren. Zu sehen ist in einer der ca. 250 laufenden öffentlich-rechtlichen Krimiserien, "Der Kriminalist" heißt sie, der letzte Auftritt des mit 38 Jahren verstorbenen Frank Giering, eines der besten (und im Krimi-Schmonzetten-Fernsehen verlorensten) deutschen Schauspielers...

ZDF/Julia von Vietinghof
(aus dem Altpapier vom Fr./ 4.3.). Außerdem habe ich in dieser Woche voller Altpapiere die hoch Guttenberg-haltigen vom Do./ 3.3. ("KT geht weiter um") und vom Mi./ 2.3. ("Das Gutti-Gewitter") geschrieben, sowie am Di. vorher auch noch einen der zweifellos über 1.000 Guttenberg-Abschiedskommentare.


Immer dieser Qualitätsjournalismus

"... Ein abschließendes Maßnahmenpaket zur Rettung des sog. Qualitätsjournalismus scheint auch gestern wieder nicht geschnürt worden zu sein. Wir reichen hier aber gern einen Zitatencocktail der geladenen Experten..." (aus dem Altpapier vom Do./ 24.2., "Mindestlohn für Journalisten?"). Ferner muss ich noch diese Altpapiere runterbringen: vom Mi./ 23.2., "Die Schlacht um Guttenberg", vom Do./ 17.2., "Der intertextuelle Freiherr", und vom Mi./ 16.2. "Ohnmacht in Kuhglocken" über den jüngsten schweizerischen "Tatort".


Verzwickte Dynamik

... ... Beziehungsweise kommt am Freitag das Enthüllungsbuch Daniel Domscheit-Bergs, des im September 2010 im Streit geschiedenen Wikileaks-Sprechers, heraus. Sicher wird dieses Buch nicht so viel Wind machen wie im Endeffekt dasjenige Assanges gemacht haben wird, für dessen US-Ausgabe der Bertelsmann-Verlag schon rund 610.000 Euro gezahlt haben soll und dessen deutsche Ausgabe im April bei Kiepenheuer & Witsch (gehört zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck) erscheinen soll. Aber für etwas Wind wird es schon gut sein... ... (aus meinem Altpapier vom Do./ 10.2. über die Entwicklungen der Domscheit-Berg-Assange-Wikileaks-Sache; das vom Mi./ 9.2. kreiste in der Hauptsache um die jüngste Intendantenpressekonferenz der vielleicht noch verzwickteren, aber klar undynamischeren ARD)


Es geht voran

"... mit der digitalen Spaltung der Gesellschaft. Der brandheiße Hype aus der Diskussion von heute lässt sich nicht mehr von jedem ansurfen. Wer sein Altpapier nicht auf dem iPad liest, kann auf thedaily.com nicht mehr anstellen, als sich ein ziemlich ödes Werbevideo anschauen..." (aus meinem Altpapier vom Do./ 3.2.; in dem vom 2.2. ging's um Ägypten und Uwe Wilhelm).


Zwei Todesfälle

Viel unterschiedlicher aussehen, agieren und wirken (vielleicht gar nicht unbedingt: sein) als der diese Woche mit 62 Jahren verstorbene Fritz Raff, den ich 2008 in seinem Saarbrücker Funkhaus besucht hatte, und der diese Woche mit 61 verstorbene Bernd Eichinger konnten ziemlich gleichaltrige Menschen wohl kaum. Dass die beiden dennoch zu den einflussreichsten Persönlichkeiten des Medien-, zumal des Film- und Fernsehbetriebs zählten - vielleicht ein ganz gutes Zeichen für diesen. Um Eichingers Tod ging's am Anfang meines Altpapiers vom Mi/ 26.1., auch wenn das Kino eigentlich ja die überlieferten Grenzen des Medienressorts sprengt... (und in dem vom Do./ 27.1., "Die Phase des Anlaufs", ging's vor allem um die Frage, wie intendantabel Thomas Bellut denn ist).


Hmpf

... "Derart zersplittert wie an diesem Donnerstag stellte sich die Mediennews-Lage selten dar..." (Altpapier vom 20.1.). Weniger zersplittert war sie z.B. am Mi./ 19.1. (als nerdcore.de und der Kika-Skandal jeweils einige Aufmerksamkeit banden) und vorige Woche am Donnerstag/ 13.1., als immerhin die Hintern, die beim "Focus" im Flur hängen und auf der damalis neuen "Stern"-Ausgabe drauf waren, zusammenpassten.


Weltstars aus Hannover

...das Altpapier vom Mi./ 12.1. (über Carsten Maschmeyer in der ARD und Mathieu Carrières Internetauftritt). Das vom Do./ 6.1.: "Die Gestreiftheit der Schlipse"; das vom Mi./ 5.1. hieß "Der Fernseh-Aufschwung".