Kein Schweigen, nirgends

Medien knallen weiter durch, Datenschützer empören sich wieder, außer Jörg Kachelmann feiert auch Horst Köhler sein Interview-Comeback: wie weit wir heute wieder im Internet-Zeitalter gekommen sind (weiter im Altpapier vom Donnerstag/ 9.6.)


Vorkämpferinnen vorgestern und übermorgen

Alice Schwarzer und Stephanie zu Guttenberg wissen, wie die Medien funktionieren. Erstere kennt sogar den größten ARD-Zensurskandal. Außerdem: "Sportschau" in Gefahr? Rivva wieder da! (Altpapier vom Mittwoch/ 8.6.; und wg. Vollständigkeit: das vom Mi./ 1.6.)


Exponentielle Zeiten

Bei der CDU, einer der drei größeren politischen Parteien in Deutschland, fand gestern ein "anerkanntes und beliebtes Ereignis der Medienpolitik" (CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe) statt - die "CDU media night"... (mehr dazu im Altpapier vom Mittwoch/ 25.5.; außerdem schrieb ich das vom Do./ 26.5., "Männer mit Pauken").


Am besten pro und contra

Zu den sinnvollsten Formaten für mündige Medienverbraucher von heute gehören Pro-und-contras. Schließlich rauschen in der Digitalära pausenlos Medieninhalte an einem vorbei (die sich auch alle durch die gleiche Werbung finanzieren möchten - dazu unten mehr). Wenn man das Rauschen also schon mal ausblendet, um kurz einem dieser Inhalte relativ volle Aufmerksamkeit zu schenken, möchte man sich ja lieber eine eigene Meinung darüber bilden (oder zumindest überlegen, ob es lohnt, sich eine zu bilden), anstatt gleich eine Meinung eines Vermittlers zu übernehmen... (aus meinem Altpapier vom Do./ 19.5., in dem es u.a. um Bejamin von Stuckrad-Barres ZDF-Neo-Show geht; vorher schrieb ich auch das vom Mi./ 18.5., u.a. über Matthias Opdenhövel, den "Fan des Grals")


Ausweg aus der Sackgasse der "Bild"-Zeitungs-Kritik?

"Herr Storz, Kritik an der 'Bild'-Zeitung ist ein traditionsreiches Genre, von Wallraff und Enzensberger bis zu den früheren und heutigen Bildbloggern. In Ihrer Studie "Drucksache Bild", die Sie gemeinsam mit dem Kommunikationswissenschaftler Hans-Jürgen Arlt verfasst haben, haben Sie einen erfrischenden Ansatz, der ganz verkürzt heißt, die "Bild"-Zeitung sei gar kein Journalismus. Brauchen wir eine neue Definition von Journalismus?" (Wolfgang Storz, Ex-Chefredakteur der "Frankfurter Rundschau" und Co-Autor einer viel diskutierten Studie zur "Bild"-Zeitung, antwortet dann hier im Interview auf evangelisch.de).


Demokraten würden Phoenix gucken

... ...Man wüsste vielleicht ganz gern, was der wahre Terry Jones über das Königshaus seines Heimatlandes (genau genommen ist er Waliser) sagt. Zumindest wüsste man es lieber als das, was wohl Matthias Matussek und Martin Sonneborn zum "Event des Jahres" sagen werden, wie das vormalige Sturmgeschütz der Demokratie die aristokratische Traumhochzeit nennt. Spiegel Online wird wie Google, ein halbes Dutzend deutscher Fernsehsender und der halbe Rest der Medienwelt über die morgige Eheschließung von Kate Middleton und Prinz William live berichten. Wenn sie es nicht täten, würden ja andere die Quoten, die Klicks und die entsprechenden Werbeeuros bzw. -pennys abgreifen... ... (aus meinem Altpapier vom Do./ 28.4.). Vorherige letzte Altpapiere vor meinem kurzen Urlaub: vom Mi./ 27.4. ("Datendramen und Digitalangst"), vom Di./ 26.4. ("Der Medienwandel in seinem Lauf"), vom Do./ 21.4. ("Fotografentod") und vom Mi./ 20.4. ("Das Ã-ffentlich-Rechtliche der Herzen").


Am Altar der digitalen Coolness

...Gerade Dieter Gorny allerdings, bzw., so viel Zeit auf dem Namensschild muss sein, Prof. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie e.V. und der mit Abstand juvenilste Performer auf dem Podium, sagte in den blumigsten Sätzen zur ernsten Lage dennoch Bedenkenswertes. Sichtlich litt er darunter, immer "automatisch retro" zu erscheinen , wenn es um Inhalte statt Technik geht, und das bloß der "modernistischen Meinung einer Minderheit" wegen. Sein Ausweg: "die Metaebene einer Kulturdebatte". Schließlich dürften die ökonomischen Chancen der Kreativindustrie (Fachbegriff vor allem aus Beratschlagungen mit Klaus "Wowi" Wowereit) "nicht auf dem Altar digitaler Coolness geopfert werden"... Aus einem kleinen Bericht von der Gründungs-Pressekonferenz der "Deutschen Content Allianz" in meinem Altpapier vom Donnerstag/ 14.4.. Außerdem diese Woche von mir erschienen: das Altpapier vom Mi./ 13.4. ("Gründet Gesellschaften!"), und am Wochenende bei SPON ein Artikel über deutsche Webserien, mit dem ich, wäre er irgendwann im März erschienen, als er auch schon länger fertig war, wahrscheinlich halbwegs zufrieden gewesen wäre.


Jungs hier kommt der Masterplan

... ... Wer noch mal zu den Befürwortern des Gesetzesvorhabens namens Leistungsschutzrecht (für Verlage) gehört? Zum Beispiel die CDU, zum Beispiel ganz besonders der Springer-Verlag, dessen Angestellter Kai-Hinrich Renner wiederum ist. Eine Leistungsschutzrecht-Podiumsdiskussion zwischen ihm und Mathias Döpfner - das wäre mal eine Mediendiskussion, deren Besuch sich wirklich lohnte ... ... (aus dem Altpapier vom Do./ 7.4., das am Rande auch von einer Mediendiskussion berichtete; in dem vom Mi./ 6.4. ging's vor allem um Fernsehfußball).


Sag zum Abschied leise Service

Ob diese schöne Zeile nun wirklich von Peter Glaser stammt, wie sueddeutsche.de nahelegt (siehe auch Anfang des Altpapiers vom Do./ 31.3.), ist ja egal. Glasers Haltung jedenfalls, sich nicht über Udo Jürgens' Weiterverwendung der von ihm deutlich früher verwendeten Zeile "Die Welt ist eine Google" ärgern zu wollen, ist sympathisch. Und in diesem Altpapier geht's eigentlich auch um völlig andere Dinge (die Krise der Frankfurter Rundschau, die der Papierzeitungen an sich oder wie das Internet drüber berichtet...). Im Altpapier vom Mi./ 30.3. ("Viel hilft viel") geht's v.a. um Twitter und wie Twittergegner sich darüber äußern, und wie darüber wiederum Twitterfreunde sich äußern. So ungefähr.


Randvoll

"Dass auch wenn sich die Nachrichtenmedien gerade randvoll mit relativen breaking news anfühlen, dennoch viel mehr passiert, als in die Nachrichtenmedien dieser oder jener Form hineinpasst...", das zumindest sollte in meinen Altpapieren vom Mi./ 23.3. ("Megatrend Mobbing?") und vom Do./24.3. ("Lauter Wow-Faktoren") auch wieder durchgeschienen haben.