Altpapier-Vorschau 2012

... ... +++ Nach neuen Archivfunden korrigiert die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) den Schätzwert des Degeto-Filmstocks nach oben: 450.000 Filme mit insgesamt 667.500 Stunden Spieldauer. Das Gesamtpaket wird für die Vorschlagsliste für Aufnahme ins Weltkulturerbe eingereicht. "Dieser Schatz an prächtig ausgestatteten, unterhaltsamen gefühlvollen Romanzen und turbulenten Komödien, der zugleich zahllose wertvolle Beiträge nicht nur zum europäischen Gedanken ("Island - Herzen im Eis", "Tulpen aus Amsterdam", "Einmal Toskana und zurück")... ... aus dem dritten Teil der insgesamt vierteiligen Altpapier-Vorschau auf 2012).


Wenn die Talklady um Rückruf bittet

Ob Rundfunkanstalt, ob Solojournalist, ob Mitmensch ohne kommerzielles Interesse: Wer Inhalte für Medien herstellt und wahrgenommen sehen möchte, darf sie schon längst nicht mehr einfach nur ins Netz stellen. Er muss sie auch in eine wachsende Zahl von Kanälen gießen, damit Follower und Freunde, Blogverfolger und Kreise sie bequemer zur Kenntnis nehmen können und idealerweise multiplizieren. Gerade große Inhalteproduzenten wie die Rundfunkanstalten heuern zusehends Berufsgruppen wie „social media-editors“ an, die den ganzen Arbeitstag lang dafür sorgen, dass Inhalte ihrer Arbeitgeber geliked und -shared werden. Wenn der große Stream der sogenannten Social Media manchmal eigentümlich steril wirkt, liegt das vielleicht daran. Vielleicht ist es auch eine völlig individuelle Ermüdungserscheinung. ... (weiter im Freitag)


Fettnäpfchen und Skandale

... ... Aber vielleicht sollte ein gewisses politisches Spektrum einfach mal den Winterschlaf beginnen, bevor es sein immerhin einiges versprechendes Potenzial noch in diesem Jahr ruiniert. ... ... (aus dem Altpapier vom Do./ 22.12.)


Cooler als Koch

Neu auf Christian Wulffs Problembühne: ein altbekannter Großjournalist mit einer (nur vielleicht) innovativen Finanzierungsidee. Dank Schwarmfinanzierung schon über der magischen Wulff-Grenze (0,5 Mio.): Strombergs Kinofilm... ... (Altpapier vom Mi./ 21.12)


Ein Wulff macht noch kein Weimar (Getalke)

So viel senderübergreifende Selbstironie hatte man dem zumal in der ARD selten vor Esprit sprühenden Günther Jauch gar nicht zugetraut. Das weiterhin aktuelle Thema "Ist Christian Wulff noch der richtige Bundespräsident?" ließ er Sonntagabend mit deutlichem Anklang an seine Quizshows im Privatfernsehen unter dem Titel "Die 500.000-Euro-Frage" diskutieren. Und es ging auch feurig los. ... (weiter bei handelsblatt.com)


Berlin Babylon

Hölle, was ist wieder alles los ist in der Hauptstadt. Die großen Schlagzeilen werden um die Wette gerockt von der Aufregung um den Kredit des Bundespräsidenten und der um den Rücktritt des FDP-Generalsekretärs. Kleiner Triumph der zuletzt entweder viel gescholtenen oder unbeachteten ARD-Talkerin Anne Will: Während die Zeitungen heute mit diesen Meldungen, Seite-3-Erklärstücken und zupackenden Kommentaren erst um diese Meldungen zu kreisen beginnen, erscheinen in den Onlineausgaben derselben Zeitungen auch bereits Spät- bzw. Frühkritiken zur Will-Talkshow, die schon gestern abend darum kreiste... ... (aus dem Altpapier vom Do./ 15.12.; eine dieser Spätkritiken stammt auch von mir).


Fabelhaft borgieske Persönlichkeiten

... ... Falls es übrigens durchgerutscht sein sollte, vielleicht, weil Sie RTL 2 so weit hinten auf der Fernbedienung haben oder sowieso kein Fernsehen mehr gucken: Der andere Teil der fabelhaften Guttenbergs ist gerade, gemeinsam mit dem alten Partner Udo Nagel, auch wieder auf dem Schirm, oder war es zumindest am Montagabend. Doch selbstverständlich besitzt RTL2 auch eine Mediathek. Hier ist "Tatort Deutschland" mit Stephanie zu Guttenberg abrufbar - aber nur zwischen 22.00 und 6.00 Uhr. Denn Jugendschutz schreiben die zu Guttenbergs bekanntlich mindestens so groß wie Internetfreiheit. ... (aus dem Altpapier vom Mi./ 14.12.).


Nehmt doch unser Pfund! (Getalke)

Angela Merkel zaudert ständig, regiert aber auch viel zu dominant; die amerikanischen Ratingagenturen arbeiten gegen den Euro und haben völlig recht mit ihren Warnungen - wer auch nur sporadisch aktuelle Medien verfolgt, weiß, dass zu diesen und vielen verwandten Problemen im Moment alle Meinungen oft relativ fundiert vertreten werden und bis auf weiteres ja auch nicht widerlegbar sind. Kleine Überraschung gestern Abend im ZDF ... ... (weiter bei handelsblatt.com)


Die Rückkehr der Wundertüte

Die prallvollste deutsche Medien-Wundertüte, zumal im wörtlichen Sinne, bleibt Die Zeit. Letzte Woche fielen aus dem dicken Blatt das, wie wir an dieser Stelle natürlich sagen: stets lesenswerte Magazin chrismon sowie, aus dem sowieso wöchentlich beiliegenden Zeit-Magazin, das Hamburg-Werbemagazin des Süddeutschen Verlags heraus. Diese Woche enthält die Wochenzeitung außer einem sich hochwertig matt-vierfarbig anfühlendem Literatur-Heft noch etwas ganz Feines: eine DVD, die zwei große Namen der aktuellen Gesprächsbuch-Szene zum Jahresrückblick zusammenbringt... ... (weiter im Altpapier vom Do./ 8.12.)


Jenseits von Jena

Zumindest in Thüringen ist das ZDF-Magazin "Aspekte" noch ein Straßenfeger, der sogar draußen in der Kälte verfolgt wird... ... (weiter im Altpapier vom Mi./ 7.12.)