Adorno hatte es geahnt

Einen "Sturm auf den Reichstag" gab eigentlich kaum, aber der Begriff und erst recht die Bilder sind nun mal in der Welt. Was sollen Medien da machen? Unsicherheit offener zeigen, hätten Adorno/ Horkheimer vielleicht geraten. Sind digitale Medien die alte "Kulturindustrie"? Außerdem: "Urheberrecht als Mittel der Kritikunterdrückung" bzw. das kleine Radio Bremen auf Augenhöhe mit Barbra Streisand. (Altpapier vom Di./ 1.9.)


War gar nicht so schlimm

Das Medienecho zum Online-Interview des Thüringer MDR mit AfD-Rechtsaußen Björn Höcke. Es zog so viele Onlinebesprechungen nach sich wie sonst nur Anne-Will-Shows. Auf Youtube gibt es MeToo-Vorwürfe, und ein eigentlich gern provokanter Youtuber bittet die "klassische Medienbubble", einzugreifen. (Altpapier vom Mi./ 26.8.)


Alles-Mögliche-Illustrierte mit Hollywood-Faible

Hätten Sie’s aktiv gewusst? Arte, den deutsch-französischen bis gesamteuropäischen Kulturkanal, gibt es auch zum Lesen. Das monatliche „Arte-Magazin“ kann man preiswert abonnieren und dabei noch eine „exklusive Prämie“ auswählen ... (medienkorrespondenz.de)


Damit das Internet nicht auseinander bricht

Ui, Bundespräsident Steinmeier hat was Brisantes über Digitalpolitik gesagt. Die ARD-IntendantInnen verdienen wie "Industriemanager der oberen Liga". Musste ausgerechnet der ARD-Vorsitzende Gehaltseinbußen hinnehmen? Die ARD-Audiothek bietet jede Menge Krimis und Podcasts sowie Thommy Gottschalk. Bloß das Hörspiel ist ziemlich tot. Und der kleine, zahnlose Presserat fordert das Bundesverfassungericht auf, sich ans Grundgesetz zu halten. (Altpapier vom Di./ 18.8.)


Reichweite allein reicht auch nicht

"Die Dose gibt's, die Dose nimmt's", bzw. ein österreichischer Milliardär stellt ein ambitioniertes Rechercheprojekt ein. "Millennial-Medien" für junge Leute geht's auch nicht gut. Jemanden zu blockieren, ist immerhin noch eine Interaktion, doch selbst damit könnte es vorbeigehen. Droht dem gesamtgesellschaftlichen Diskurs die große Tribalisierung? Außerdem: Hurra, die Bundeszentrale für Digitale Aufklärung ist da. (Altpapier vom Mi./ 5.8.)


Ach je, IRT

Deutschland hinkt bei der Entwicklung der digitalen Medien hinterher. Was sich daran nun ändert: Bald hinkt es weiter hinterher. Und wer war noch mal Medienminister in Nordrhein-Westfalen? Richtig, Ministerpräsident Laschet. Sowie: Donald Trumps TikTok-Politik mit Microsoft und TikTok Europas neuer Hauptsitz in Irland. Und die renommierte Deutsche Forschungsgemeinschaft erklärt, was "Cancel Culture" bedeutet. (Altpapier vom Di./ 4.8.)


Ein Plädoyer für mehr Anführungszeichen

In Texten fehlen oft Anführungszeichen, wo sie nötig wären, zum Beispiel in Berichten über türkische Gerichtsurteile ums Wort „Terrorpropaganda“ herum ... (medienkorrespondenz.de)


Vergessen zu werden bleibt schwierig

Die "absolute Erinnerung" lebt, die Pressefreiheit wurde doch nicht zu Grabe getragen: großes Medienecho aufs neueste Karlsruher Urteil. Blockiert Google bereits, und wenn eher zu viel oder zu wenig? Das deutsche NetzDG hat einen großen Fan – Präsident Erdogan. Die "erste ostdeutsche Verfassungsrichterin" kümmert sich bald um die "Tagesschau"-App. Außerdem: Warum sendet das ZDF keine "Derrick"-Folgen mehr? (Und wo es sie sehr wohl zeigt). Das Altpapier vom Di./ 28.7.


Der Vorteil von Sonntagszeitungen am Samstag

Ist Europäischer Plattform-Idealismus "mehr Öko als System"? Jedenfalls demonstriert die Süddeutsche Woke-heit mit einem "Wertepapier" und die FAZ  kurz vor Baubeginn ihres "Towers" drolligen Digital-Optimismus. Das Thema Gesichtserkennung wird unterm Radar der großen Öffentlichkeit vorangetrieben – weniger im Silicon Valley oder in China als 300 km von Berlin entfernt. Außerdem: Mister Rundfunkbeitrag" über die "lineare Mediathek" der Dritten Programme. (Altpapier vom Mo./ 20.7.)


Könnten Europäer, was Tiktok kann?

Die neueste Plattform-Initiative des BR-Intendanten Ulrich Wilhelm ist spannender als sie daherkommt. Die EU plant eine "große Umwälzung", die "die digitale Welt für immer verändern" könnte und zumindest unter Lobbyisten für rege Aktivität sorgt. Heute fällt die erste, aber kaum letzte Entscheidung in der Ironie-gesättigten Irland-Apple-Milliarden-Frage. Und kann auf Youtube Videos und Werbung anschauen, wer gar nicht auf Youtube verweilt? (Altpapier vom Mi./ 15.7.)