Geschichte wird gemacht

Falls es mal eine Zeit gab, in der spannende Dokumentationen ein öffentlich-rechtliches Alleinstellungsmerkmal waren, ist sie vorbei. Sogar ProSieben will sein lineares Publikum schon wieder überraschen. Die ARD-"Tagesthemen" haben eine echte Meinungsjournalismus-Debatte angezettelt. Und im quälenden britisch-amerikanischen Prozess gegen Julian Assange wurde es konkret – mit deutscher Beteiligung... (Altpapier vom Mo./ 28.9.)


Bitte kein Geklimper in Fernsehnachrichten (außer wenn sie über Klavierkonzerte berichten)

Das „Heute-Journal“, das Nachrichtenmagazin des ZDF, verdient Lob dafür, dass es sonntags inzwischen verlässlich zum Alltagssendetermin um 21.45 Uhr läuft. Am 13. September ging es natürlich um den Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ... (weiter auf medienkorrespondenz.de)


Pro Pro & Contras

Volker Herres will zurücktreten, aber nicht ohne aus der ARD-Mediathek einen "für möglichst viele Nutzer attraktiven Streamingdienst" gemacht zu haben. Die "Tagesthemen" wollen das alte Pro-und-Contra-Genre neu beleben. Ups, Presse- und Rundfunkfreiheit sind gar nicht dasselbe? Außerdem: Facebook droht bzw. macht Hoffnung, und rund um Horst Seehofers Innenministerium gibt's außer alten auch neue Aufreger (Altpapier vom Mi./ 23.9.)


Die Preise sind heiß

Tesla-Chef Elon Musk räumt in wenigen Tagen gleich zwei deutsche Medienpreise ab. Einen von Axel Springer, einen für die vielen Kameras in seinen Elektroautos. In beinahe letzter Minute wurde Tiktok gerettet. Wer hat denn nun gewonnen: US-Präsident Trump oder Chinas Diktatoren? Und wo ist die u.a. in Deutschland und Belarus erfolgreiche App Telegram eigentlich zuhause? (Altpapier vom Di./ 22.9.)


Tausende Herzchen

Lobbyschlachten sind kein Ponyhof, und der alte Zeitungsverleger-Präsident Mathias Döpfner ist auch der neue (trotz "Aktivismus in Form von Boulevard-Agitation"). Am anderen Ende der Welt sollen Google und Facebook gezwungen werden, ihre Algorithmen offenzulegen. In der Redaktion einer deutschen Qualitätszeitung steht der "umfangreichste Stellenabbau" ihrer Geschichte bevor. Und: Spiegeln Likes und Retweets den Bedeutungsverlust der Medien? (Altpapier vom Mi./ 16.9.)


Der Witz der Meinungsfreiheit

In Paris beginnt der Prozess zum islamistischen Massenmord in der Charlie Hebdo-Redaktion. Zur Bedeutung von "Haltung" im Journalismus gibt es weiterhin unterschiedliche Ansichten. In den ARD-"Tagesthemen" heißen Kommentare jetzt "Meinung". Und zu solchen Kommentaren, wie sie oft unter Beiträge im Internet geschriebenwerden können, gibt es auch was zu sagen... (Altpapier vom Mi./ 2.9.)


Adorno hatte es geahnt

Einen "Sturm auf den Reichstag" gab eigentlich kaum, aber der Begriff und erst recht die Bilder sind nun mal in der Welt. Was sollen Medien da machen? Unsicherheit offener zeigen, hätten Adorno/ Horkheimer vielleicht geraten. Sind digitale Medien die alte "Kulturindustrie"? Außerdem: "Urheberrecht als Mittel der Kritikunterdrückung" bzw. das kleine Radio Bremen auf Augenhöhe mit Barbra Streisand. (Altpapier vom Di./ 1.9.)


War gar nicht so schlimm

Das Medienecho zum Online-Interview des Thüringer MDR mit AfD-Rechtsaußen Björn Höcke. Es zog so viele Onlinebesprechungen nach sich wie sonst nur Anne-Will-Shows. Auf Youtube gibt es MeToo-Vorwürfe, und ein eigentlich gern provokanter Youtuber bittet die "klassische Medienbubble", einzugreifen. (Altpapier vom Mi./ 26.8.)


Alles-Mögliche-Illustrierte mit Hollywood-Faible

Hätten Sie’s aktiv gewusst? Arte, den deutsch-französischen bis gesamteuropäischen Kulturkanal, gibt es auch zum Lesen. Das monatliche „Arte-Magazin“ kann man preiswert abonnieren und dabei noch eine „exklusive Prämie“ auswählen ... (medienkorrespondenz.de)


Damit das Internet nicht auseinander bricht

Ui, Bundespräsident Steinmeier hat was Brisantes über Digitalpolitik gesagt. Die ARD-IntendantInnen verdienen wie "Industriemanager der oberen Liga". Musste ausgerechnet der ARD-Vorsitzende Gehaltseinbußen hinnehmen? Die ARD-Audiothek bietet jede Menge Krimis und Podcasts sowie Thommy Gottschalk. Bloß das Hörspiel ist ziemlich tot. Und der kleine, zahnlose Presserat fordert das Bundesverfassungericht auf, sich ans Grundgesetz zu halten. (Altpapier vom Di./ 18.8.)